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Warum Zählen bis 120 so wichtig ist
Mathematik begleitet Kinder vom ersten Schultag an – und oft schon vorher im Alltag. Das Zählen gehört dabei zu den zentralen Grundfertigkeiten. Während die ersten Schritte darin bestehen, bis 10 oder 20 sicher zu zählen, erweitert sich der Zahlenraum in der Grundschule sehr schnell. In der 1. Klasse steht die Orientierung im Zahlenraum bis 100 im Mittelpunkt. Doch warum lohnt es sich, auch das Zählen bis 120 gezielt zu üben?
Der erweiterte Zahlenraum hat einen klaren didaktischen Nutzen: Kinder lernen nicht nur einzelne Zahlen zu benennen, sondern sie auch in Beziehung zu setzen, Muster zu erkennen und Strukturen zu verstehen. Wer über 100 hinauszählt, trainiert automatisch den Umgang mit dem Stellenwertsystem (Zehner und Einer) und gewinnt Sicherheit im flexiblen Umgang mit Zahlen.
Zahlen sind überall im Alltag
- Uhrzeit ablesen, auf den Bus warten, bis zur nächsten Minute mitzählen
- Stufen auf der Treppe, Parkplätze, Hausnummern, Seitenzahlen im Lesebuch
- Münzen zählen, Punkte im Spielstand addieren, Würfelergebnisse vergleichen
Diese Zahlen sind häufig größer als 20 oder 50. Wer bis 120 zählen kann, fühlt sich im Alltag sicherer und selbstständiger: Preise einschätzen, Mengen vergleichen oder Seitenzahlen finden gelingt deutlich leichter.
Orientierung im Zahlenraum
Das reine Aufsagen der Zahlwortreihe ist nur der erste Schritt. Kinder müssen lernen, sich im Zahlenraum zu orientieren:
- Zahlen richtig einordnen: „Welche Zahl kommt vor der 78? Welche nach der 109?“
- Nachbarzahlen, gerade/ungerade und Zehnerübergänge erkennen
- Zahlen am Zahlenstrahl oder auf der Hundertertafel sicher finden
Wer über 100 hinausgeht, erlebt: Das Zahlensystem läuft regelmäßig weiter – nach 99 folgt 100, nach 109 die 110 usw. Dieses Erleben stärkt das Verständnis für die Struktur des Dezimalsystems.
Sicherheit im Umgang mit Zahlen
Ein Kind, das bis 120 zählen kann, bewegt sich mit mehr Leichtigkeit im gesamten Hunderterraum:
- Selbstvertrauen: Große Zahlen wirken nicht „gefährlich“ – sie sind lesbar und begreifbar.
- Genauigkeit: Sichere Zahlwörter reduzieren Fehler beim Rechnen und Ordnen.
- Flexibilität: Zahlbeziehungen werden schneller erkannt (z. B. 10er-Schritte, Bündelungen).
- Übertragung: Muster und Strategien lassen sich auf neue Aufgaben übertragen.
Bezug zum LehrplanPLUS (Bayern)
Im Lernbereich „Zahlen und Operationen“ erwerben Kinder ein grundlegendes Verständnis von Zahlen, Zahlbeziehungen und dem Stellenwertsystem. Das gezielte Üben des Zählens bis 120 unterstützt zentrale Kompetenzen aus 1.1–1.3:
- Zahlen strukturiert darstellen: ordnen, vergleichen, Nachbarzahlen, gerade/ungerade, Muster
- Strukturen nutzen: 5er- und 10er-Bündelung, Zehner/Einheiten sicher überführen
- Sachsituationen verbinden: Mengen schätzen/bestimmen, Ergebnisse begründen und darstellen
Bis 120 zu zählen bedeutet daher nicht „mehr auswendig lernen“, sondern mehr Struktur verstehen: Bündeln, Entbündeln, Übergänge über volle Zehner und die Regelmäßigkeit unseres Zahlensystems.
Fazit
Zählen bis 120 ist ein wichtiger Zwischenschritt, der Kinder für das Rechnen im Hunderterraum vorbereitet. Indem sie über 100 hinausdenken, vertiefen sie Zahlvorstellungen, erkennen Muster, gewinnen Sicherheit in Zehner-Einer-Strukturen und können Ergebnisse plausibel prüfen. Das schafft die Grundlage für Addition und Subtraktion – und später für Multiplikation und Division.

Zahlen ordnen und vergleichen lernen
Für Kinder in der 1. Klasse ist es ein entscheidender Lernschritt, Zahlen nicht nur aufzuzählen, sondern sie auch richtig einzuordnen und zu vergleichen. Dabei geht es um Fragen wie: Welche Zahl kommt zuerst? Welche ist größer oder kleiner? Welche Zahl liegt genau dazwischen? Solche Fähigkeiten bilden die Grundlage für ein sicheres Verständnis des Zahlenraums bis 100.
Auf Schlaumik.de – Objekt nach Reihenfolge bis 10 üben Kinder, Gegenstände in die richtige Reihenfolge zu bringen. Diese Übung stärkt das Verständnis dafür, dass Zahlen eine feste Ordnung haben: Erst die 1, dann die 2, gefolgt von der 3 – bis zur 10. Indem Kinder Objekte an die richtige Stelle setzen, verinnerlichen sie das Prinzip der Zahlenfolge.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Übung Zahlen bis 10 richtig ordnen. Hier lernen Schülerinnen und Schüler, Zahlen an die richtige Position zu setzen – etwa in eine Lücke zwischen zwei bekannten Zahlen oder in eine sortierte Reihe. So üben sie, Zahlbeziehungen zu erkennen und bewusst zu begründen: „Die 7 ist größer als die 5, aber kleiner als die 9.“

Durch diese Übungen verstehen Kinder, dass Zahlen nicht zufällig nebeneinander stehen, sondern dass sie strukturiert angeordnet sind. Sie erkennen Nachbarzahlen, üben den Vergleich (größer als, kleiner als, gleich) und legen damit die Basis für das Arbeiten mit Zahlenstrahl und Hundertertafel im weiteren Verlauf der Grundschule.
Mengen erfassen und ausgleichen
In der 1. Klasse lernen Kinder nicht nur, Zahlen zu benennen, sondern auch, Mengen zu erfassen und miteinander zu vergleichen. Sie sollen erkennen: „Wo ist mehr? Wo ist weniger? Oder sind beide Mengen gleich groß?“ Diese grundlegenden Erfahrungen helfen Kindern, ein erstes Gefühl für mathematische Vergleiche und Gleichheit zu entwickeln.
Mit der Aufgabe Zwei Mengen ausgleichen üben Schülerinnen und Schüler genau das. Sie sehen zwei Gruppen von Objekten und müssen entscheiden, wie sich diese so verändern lassen, dass am Ende auf beiden Seiten gleich viele Gegenstände vorhanden sind. Durch solches Ausgleichen entwickeln Kinder ein Verständnis für mehr und weniger und bereiten sich auf die Idee der Addition und Subtraktion vor.

Ebenso wichtig ist die Übung Wie viele Gegenstände. Hier geht es darum, die Anzahl einer Menge korrekt zu bestimmen. Kinder zählen verschiedene Objekte und ordnen die passende Zahl dazu. Diese Fähigkeit ist die Grundlage für jede mathematische Tätigkeit, denn nur wer sicher zählen kann, kann später auch rechnen.

Beide Übungen fördern nicht nur das reine Zählen, sondern auch das Verständnis für Zahlbeziehungen. Kinder lernen, dass Mengen miteinander verglichen und ausgeglichen werden können. So entwickeln sie Schritt für Schritt ein Gefühl für mathematische Zusammenhänge, das weit über das bloße Auswendiglernen hinausgeht.
Das Stellenwertsystem verstehen: Zehner und Einer
Ein besonders wichtiger Schritt im Mathematikunterricht der 1. Klasse ist das Verständnis für das Stellenwertsystem. Zahlen bestehen nicht einfach nur aus einzelnen Ziffern, sondern jede Ziffer hat einen bestimmten Wert – je nachdem, an welcher Stelle sie steht. Die Kinder lernen: Eine „1“ kann eine Einer sein, aber auch eine Zehn, eine Hundert oder sogar noch mehr. Dieses Prinzip bildet die Grundlage für unser gesamtes Zahlensystem.
Mit der Aufgabe Zehner und Einer auf Schlaumik.de entdecken Schülerinnen und Schüler spielerisch, wie Zahlen in Zehner und Einer zerlegt werden können. Statt die Zahl 34 nur als „drei-vier“ wahrzunehmen, erkennen sie: Die 3 steht für drei Zehner (also 30), die 4 für vier Einer. So wird eine Zahl nicht mehr als reine Abfolge von Symbolen verstanden, sondern als Struktur aus Bündeln und Einzelteilen.

Durch das Bündeln und Zerlegen von Mengen – etwa mit Stäbchen, Würfeln oder Perlen – begreifen die Kinder, warum nach 9 Einern ein neuer Zehner entsteht. Dieses Wissen ist entscheidend, um später Additionen und Subtraktionen mit Zehnerübergang sicher durchführen zu können.
Der Umgang mit Zehnern und Einern schafft zudem eine wichtige Grundlage für die Orientierung im Zahlenraum bis 100 und darüber hinaus. Kinder verstehen, warum die Zahlen regelmäßig aufgebaut sind und können sich dadurch leichter am Zahlenstrahl oder auf der Hundertertafel zurechtfinden.
Kurz gesagt: Wer den Unterschied zwischen Zehnern und Einern verstanden hat, kann Zahlen nicht nur lesen, sondern auch verstehen. Das ist die Basis für alle weiteren Rechenschritte in der Grundschule.
Zahlen schreiben und lesen: Von Ziffern zu Zahlwörtern
In der 1. Klasse lernen Kinder nicht nur das Zählen, sondern auch, wie man Zahlen aufschreibt und liest. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass eine Zahl auf unterschiedliche Weise dargestellt werden kann: als Ziffer und als Wort. So bedeutet die Zahl 7 gleichzeitig das Wort sieben.
Mit der Aufgabe Zahlen in Worten und Ziffern üben Kinder, zwischen diesen beiden Darstellungsformen zu wechseln. Sie lernen: Zahlen, die wir im Alltag als Ziffern sehen – auf Uhren, Preisschildern oder Hausnummern – lassen sich auch in Sprache ausdrücken. Umgekehrt können gesprochene Zahlen in eine Ziffer umgesetzt werden.

Dieses Training ist besonders wertvoll, weil Kinder dadurch ein flexibleres Verständnis von Zahlen entwickeln. Sie erkennen, dass eine Zahl verschiedene Darstellungsformen haben kann, die aber alle denselben Wert beschreiben. Außerdem unterstützt das Lesen und Schreiben von Zahlwörtern die Sprachentwicklung und stärkt die Verbindung zwischen Mathematik und Deutschunterricht.
Wenn Kinder sicher zwischen Zahlwort und Ziffer wechseln können, fällt es ihnen später leichter, Aufgabenstellungen zu verstehen, Textaufgaben zu lösen und ihre Ergebnisse korrekt zu notieren. Damit ist diese Kompetenz ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem umfassenden Zahlenverständnis.
Zahlenwelten entdecken: Von römischen Zahlen bis zur Hundertertafel
In der 1. Klasse ist es spannend zu entdecken, dass Zahlen nicht nur als Ziffern geschrieben werden, sondern in verschiedenen Darstellungsformen vorkommen. Dazu gehören auch die römischen Zahlen. Durch das Vergleichen unterschiedlicher Schreibweisen schärfen Kinder ihr Verständnis für Zahlwerte und Strukturen – eine ideale Vorbereitung, um sich sicher im Zahlenraum bis 100 (und Schritt für Schritt bis 120) zu bewegen.
Mit der Aufgabe Römische Zahlen lernen sehen Kinder, dass eine Zahl mehrere „Gesichter“ haben kann: Die Zahl 5 ist als Ziffer „5“ und als römisches Zeichen „V“ darstellbar. Das macht neugierig, stärkt die Aufmerksamkeit und hilft, Zahlbegriffe zu sichern.

Bezug zum Zahlenstrahl und zur Hundertertafel
Damit Kinder Zahlbeziehungen sehen und begreifen, arbeiten sie im Unterricht oft mit Zahlenstrahl und Hundertertafel:
- Zahlenstrahl: Zahlen liegen in einer festen Reihenfolge. Kinder finden Nachbarzahlen, vergleichen größer/kleiner/gleich und üben das Zählen in 1er-, 2er-, 5er- und 10er-Schritten – wichtige Muster bis 120.
- Hundertertafel: Die 10er-Struktur wird sichtbar (jede Zeile ein Zehner). Kinder erkennen Vertikal- und Horizontalmuster, entdecken volle Zehner (10, 20, …, 100) und finden sicher den Weg über die 100 hinaus (101–120).

Durch die Verbindung von verschiedenen Zahlenschriften (z. B. römisch/arabisch) mit visuellen Darstellungen (Zahlenstrahl, Hundertertafel) lernen Kinder, Zahlen flexibel zu denken, Strukturen zu nutzen und bis 120 sicher zu zählen und zu vergleichen.
Zusammenfassung
Das Zählen bis 120 ist ein wichtiger Lernschritt für Kinder in der 1. Klasse. Sie lernen, Zahlen nicht nur aufzuzählen, sondern auch zu ordnen, vergleichen und strukturieren. Übungen wie Zwei Mengen ausgleichen, Zehner und Einer oder Zahlen in Worten und Ziffern helfen, ein tieferes Verständnis für Zahlbeziehungen und das Stellenwertsystem zu entwickeln. Mit Unterstützung von Zahlenstrahl, Hundertertafel und sogar römischen Zahlen entdecken Kinder die Regelmäßigkeiten unseres Zahlensystems und gewinnen Sicherheit im Umgang mit größeren Zahlen.
Viele weitere kindgerechte und interaktive Übungen finden Sie auf Schlaumik.de – Mathematik Klasse 1. Dort können Erstklässler spielerisch lernen, ihr Wissen vertiefen und Freude an Mathematik entwickeln.