GEW NRW verstehen: Was Eltern zur GEW wissen sollten
Ein Elternteil begleitet ein Vorschulkind beim spielerischen Üben von Aufmerksamkeit, Sprache und feinmotorischen Handgriffen in ruhiger Atmosphäre.
Teilen

GEW NRW verstehen: Was Eltern zur GEW wissen sollten

Viele Vorschulkinder wirken schnell abgelenkt. Hier erfahren Sie, was die GEW NRW ist – und wie Sie mit Routinen, Spielen und kleinen Sprachtricks gelassen unterstützen.

GEW NRW: Gewerkschaft GEW – was Eltern in der Vorschule wissen sollten

Abb. Eltern informieren sich, während ihr Kind nebenbei spielt und malt.
Abb. 1 – Eltern informieren sich, während ihr Kind nebenbei spielt und malt.

Wenn Eltern nach „GEW NRW“ suchen, wollen sie meist verstehen: Was ist das eigentlich, wofür steht die Gewerkschaft GEW – und was hat das mit meinem Kind in der Vorschule zu tun? Kurz gesagt: Die GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) vertritt viele Menschen, die in Kitas, Schulen, Hochschulen und in der Weiterbildung arbeiten. In NRW ist die GEW NRW der Landesverband. Sie setzt sich unter anderem für gute Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung, ausreichend Personal und hohe Qualität in Bildungseinrichtungen ein.

Das klingt nach „großer Politik“ – wirkt aber im Alltag Ihrer Familie sehr konkret: Wenn Fachkräfte Zeit haben, Kinder zu beobachten, Sprachentwicklung zu fördern und Übergänge in die Schule gut zu begleiten, profitieren Kinder direkt. Gleichzeitig erleben Eltern gerade in der Vorschulzeit typische Herausforderungen: kurze Aufmerksamkeitsspanne, „nicht zuhören“, impulsives Verhalten. Das ist häufig kein Zeichen von schlechter Erziehung, sondern ein normaler Entwicklungsschritt – und genau dabei können Sie Ihr Kind alltagstauglich unterstützen.

Warum „nicht zuhören“ und kurze Aufmerksamkeit oft normal sind

Abb. Kinder sind schnell abgelenkt, auch wenn sie grundsätzlich kooperieren möchten.
Abb. 2 – Viele Kinder sind schnell abgelenkt, auch wenn sie grundsätzlich kooperieren möchten.

Viele Vorschulkinder können schon viel – und sind trotzdem in wichtigen Momenten scheinbar „weg“. Das hat meist weniger mit Absicht zu tun als mit der Entwicklung des Gehirns:

  • Aufmerksamkeit muss wachsen. Kinder können sich noch nicht lange auf eine Sache konzentrieren, vor allem, wenn etwas anderes spannender ist.
  • Hören heißt nicht gleich Verarbeiten. Ihr Kind hört Ihre Worte oft, braucht aber länger, um sie zu sortieren und umzusetzen.
  • Selbststeuerung ist eine Baustelle. Impulse zu bremsen, zu warten oder eine Aufgabe zu Ende zu bringen, entwickelt sich schrittweise.
  • Gefühle sind laut. Wenn ein Kind müde, hungrig oder überreizt ist, „überdecken“ Gefühle die Fähigkeit zuzuhören.

Entlastend ist: Das Ziel ist nicht, dass Ihr Kind immer sofort funktioniert. Das Ziel ist, dass es nach und nach Werkzeuge lernt: fokussieren, nachfragen, Pausen merken, Anweisungen in Schritte teilen.

💡
Wenn Ihr Kind „nicht zuhört“, prüfen Sie zuerst die Umgebung: weniger Worte, weniger Reize, einmal kurz Blickkontakt – und dann nur einen kleinen Schritt erwarten.

Was die GEW NRW mit dem Kita- und Vorschulalltag zu tun hat

Abb. Gute Rahmenbedingungen ermöglichen Förderung in kleinen Schritten und mit Ruhe.
Abb. 3 – Gute Rahmenbedingungen ermöglichen Förderung in kleinen Schritten und mit Ruhe.

Die GEW NRW ist keine „Elternorganisation“, aber sie beeinflusst Themen, die Eltern häufig beschäftigen:

  • Personal und Zeit: Mehr Fachkräfte bedeuten mehr individuelle Begleitung, auch für Sprache, Motorik und soziales Lernen.
  • Qualität in der frühen Bildung: Fortbildungen, Schutzkonzepte und gute Leitung stärken die pädagogische Arbeit.
  • Übergang in die Grundschule: Wenn Kita, Vorschule und Schule gut zusammenarbeiten, wird der Start leichter.

Für Sie als Eltern heißt das: Wenn Sie verstehen, welche Strukturen hinter dem Alltag stehen, können Sie Gespräche mit Kita und Schule gelassener und klarer führen. Und: Sie können Ihr Kind zu Hause mit spielerischen Übungen stärken, ohne Druck aufzubauen.

5–7 praktische Schritte: So stärken Sie Aufmerksamkeit und Zuhören im Alltag

Abb. Kleine, klare Aufgaben helfen Kindern, Erfolg schnell zu spüren.
Abb. 4 – Kleine, klare Aufgaben helfen Kindern, Erfolg schnell zu spüren.

Die folgenden Schritte sind bewusst praxisnah und lassen sich in den Familienalltag einbauen. Wählen Sie zwei davon aus, testen Sie sie eine Woche – und passen Sie dann an.

1) Routine: Weniger diskutieren, mehr vorhersehbar machen

Kinder hören oft besser zu, wenn sie nicht gleichzeitig raten müssen, was als Nächstes passiert. Eine einfache Routine entlastet alle.

  • Morgens und abends immer dieselbe Reihenfolge (z. B. anziehen, Zähne putzen, Tasche).
  • Übergänge ankündigen: „Noch zwei Minuten spielen, dann Schuhe.“
  • Wenig Worte, klare Sätze: „Jacke an. Dann raus.“

2) Aufmerksamkeit trainieren – als Spiel, nicht als Test

Kurze Spiele (1–5 Minuten) passen gut in Wartezeiten und bringen mehr als lange Übungsblöcke.

  • Stopp-Tanz: Musik an, Musik aus – wer kann am schnellsten einfrieren?
  • Geräusche raten: Augen schließen, Sie machen ein Alltagsgeräusch (Papier knüllen, Schlüssel). Kind errät es.
  • Ich sehe was… in Varianten: „…etwas Rundes“, „…etwas, das man zum Essen benutzt“.

Mathe-nahe Sortier- und Logikspiele sind dafür ideal, weil sie Fokus, Sprache und Denken verbinden. An Schlaumik.de können Sie z. B. mit Farbe und Form sortieren spielerisch üben.

3) Sprache: Anweisungen in Mini-Schritte zerlegen

„Räum dein Zimmer auf“ ist für Vorschulkinder oft zu groß. Besser sind Ein-Schritt-Aufträge mit kurzer Pause dazwischen.

  • „Bitte lege die Bauklötze in die Kiste.“ (Warten.)
  • „Jetzt die Bücher aufs Regal.“
  • „Zum Schluss die Stifte in den Becher.“

Hilfreich ist auch das Nachsprechenlassen: „Was machen wir zuerst?“ So merken Sie, ob Ihr Kind es verstanden hat, ohne zu schimpfen.

4) Feinmotorik: Ruhige Hände fördern ruhigen Kopf

Feinmotorik ist mehr als „schön malen“. Sie unterstützt Ausdauer, Konzentration und die Vorbereitung auf Stifthaltung in der Schule.

  • Kneten, rollen, kleine Kugeln formen.
  • Wäscheklammern-Spiel: Klammern an einen Becher stecken.
  • Perlen auffädeln (groß anfangen).
  • Schneiden üben: erst dicke Streifen, dann Kurven.

Tipp: Lieber täglich kurz als selten lang – zwei Minuten reichen.

5) Sortieren, Muster, Logik: Konzentration ohne „Still sitzen“

Viele Kinder sind aufmerksamer, wenn Denken mit Bewegung oder Händen verbunden ist. Sortieraufgaben helfen, weil sie klare Ziele haben und schnell Erfolgserlebnisse bieten. Probieren Sie z. B. ein Sortierspiel nach Alltag: Was gehört in die Küche, was ins Bad? Dazu passt Sortieren nach Verwendungszweck.

Oder Sie spielen „Lege die Formen dahin, wo sie hingehören“: Das trainiert Zuhören, Raumlage und Planung. Eine kindgerechte Idee finden Sie bei Figuren platzieren.

6) Co-Regulation statt Kampf: Erst verbinden, dann führen

Wenn ein Kind innerlich „voll“ ist, erreicht man es mit mehr Druck selten. Hilfreicher ist ein kurzer Moment Beziehung:

  • auf Augenhöhe gehen
  • ruhige Stimme
  • benennen, was Sie sehen: „Du bist gerade noch im Spiel.“
  • dann eine klare, kleine Aufgabe

Das ist keine „Nachgiebigkeit“, sondern ein Weg, wie Kinder lernen, sich selbst zu beruhigen.

7) Realistische Erwartungen: Pausen einplanen und Reize reduzieren

Manche Tage sind schlicht zu voll: Termine, Lärm, wenig Schlaf. Dann sinkt Aufmerksamkeit schnell. Zwei einfache Stellschrauben:

  • Pausen fest einbauen (Snack, Wasser, 10 Minuten freies Spiel).
  • Reize reduzieren (Fernseher aus, weniger Spielzeug gleichzeitig, ruhige Ecke).

Mini-Beispiel: So kann ein unterstützendes Gespräch klingen

Abb. Ein kurzer, ruhiger Dialog hilft oft mehr als Erklärungen.
Abb. 5 – Ein kurzer, ruhiger Dialog hilft oft mehr als viele Erklärungen.

Manchmal reicht eine kleine Umformulierung, um aus „Du hörst nie zu!“ ein Gespräch zu machen, das Ihr Kind stärkt:

Elternteil: „Ich sehe, du willst noch spielen. In zwei Minuten gehen wir raus. Was ist dein erster Schritt: Schuhe oder Jacke?“
Kind: „Schuhe.“ – Elternteil: „Okay. Ich warte hier und helfe dir, wenn du mich brauchst.“

Das wirkt schlicht – aber es kombiniert Begrenzung (wir gehen), Wahlmöglichkeit (Schuhe oder Jacke) und Unterstützung (ich helfe). Genau das erleichtert Kindern das „Zuhören“.

Wann sollte ich mir Sorgen machen, wenn mein Kind oft nicht zuhört?

Wenn Ihr Kind grundsätzlich neugierig ist, in manchen Situationen gut mitmacht und sich bei interessanten Dingen fokussieren kann, ist eine kurze Aufmerksamkeitsspanne meist entwicklungsbedingt. Schauen Sie genauer hin, wenn mehrere Punkte zusammenkommen: sehr wenig Blickkontakt, kaum Reaktion auf den Namen, deutliche Sprachverständnisprobleme, häufige starke Wut ohne Beruhigung oder große Schwierigkeiten in Kita und zu Hause über längere Zeit. Dann ist es sinnvoll, zuerst mit der pädagogischen Fachkraft zu sprechen und bei Bedarf Kinderarzt oder Frühförderstelle einzubeziehen. Das ist keine Schuldfrage, sondern eine gute Abklärung, damit Ihr Kind passende Unterstützung bekommt.

So nutzen Sie Schlaumik-Inhalte passend zur Vorschule

Viele Eltern wünschen sich Übungen, die kurz sind, klar erklärt werden und nicht nach „Nachhilfe“ wirken. Genau dafür eignen sich Aufgaben rund ums Sortieren, Muster und einfache Logik.

Und wenn Sie als Eltern sehen wollen, wie solche Denkfähigkeiten später in der Schule weitergehen: Muster und Zusammenhänge werden dann komplexer. Zur Einordnung können Sie den Beitrag zu Muster und Folgen lesen oder sich ansehen, wie Kinder später Mengen und Kategorien vergleichen, etwa bei Venn-Diagrammen. Das nimmt oft Druck: Vorschule heißt nicht „schon alles können“, sondern Grundlagen spielerisch anbahnen.

Fazit: Gelassen bleiben, klein anfangen, dranzubleiben

Die GEW NRW steht als Gewerkschaft für gute Bedingungen in Bildungseinrichtungen – und das wirkt bis in den Familienalltag. Für Sie zu Hause gilt: Eine kurze Aufmerksamkeitsspanne und „nicht zuhören“ sind in der Vorschule häufig normal. Mit Routinen, kurzen Konzentrationsspielen, klarer Sprache und Feinmotorik-Ideen helfen Sie Ihrem Kind, Schritt für Schritt mehr Selbststeuerung zu lernen.

Wenn Sie unsicher sind, holen Sie sich Rückmeldung aus der Kita. Und wenn etwas wirklich nicht stimmig wirkt, ist frühes Nachfragen immer besser als spätes Grübeln. Ihr Kind muss nicht perfekt sein – es darf wachsen.